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Zeitungsartikel vom Schwarzwälder Boten vom 13.08.2025

Darum sehen ein Ex-Richter und ein Ex-Mediziner große Probleme


Zusammenfassung: 

In Waldmössingen regt sich starker Widerstand gegen den geplanten Bau eines Mobilfunkmastes. Die Bürgerinitiative für nachhaltigen Mobilfunk kritisiert vor allem den aktuell vorgesehenen Standort in unmittelbarer Nähe zur Kastellhalle, zum Sportplatz, zum Römerkastell sowie zur bestehenden Wohnbebauung. Aus Sicht der Initiative fehlt es nicht nur an Rücksicht auf die örtlichen Gegebenheiten, sondern auch an rechtlich und medizinisch tragfähiger Planung. 

Ehemaliger Amtsrichter Uwe Kopahnke, selbst Anwohner, äußert erhebliche juristische Bedenken. Seiner Einschätzung nach ist der zwischen der Gemeinde und der Telekom abgeschlossene Pachtvertrag für das gemeindeeigene Grundstück rechtlich angreifbar. Der gültige Beschluss des Ortschaftsrats aus dem März 2023 bezieht sich auf den Standort an der Kirchberghalle, der jedoch aus statischen Gründen verworfen wurde. Da der nun geplante Standort ein anderer ist, wäre ein neuer Ratsbeschluss zwingend erforderlich. Ohne diesen sei der Vertrag rechtlich zumindest schwebend unwirksam, möglicherweise sogar nichtig, so Kopahnke unter Verweis auf §134 BGB und die Gemeindeordnung von Baden-Württemberg. Die Bürgerinitiative hat deshalb ein förmliches Prüfersuchen an das Regierungspräsidium als Rechtsaufsichtsbehörde gestellt. 

Neben den rechtlichen Aspekten bringt auch der frühere Hausarzt von Waldmössingen, Dr. Heinrich Hansen, seine medizinischen Bedenken ein. Aus seiner jahrzehntelangen ärztlichen Erfahrung berichtet er von einer Häufung unspezifischer Beschwerden bei Menschen, die in der Nähe von Mobilfunkmasten lebten. Dazu zählen unter anderem plötzlicher Bluthochdruck, Schlafstörungen, Schwindel, Migräne und innere Unruhe. Zwar könne er keinen wissenschaftlich gesicherten Kausalzusammenhang belegen, doch die Vielzahl und das zeitliche Auftreten dieser Symptome sprächen aus ärztlicher Sicht für einen ernstzunehmenden Zusammenhang. Insbesondere bei Kindern, deren Organe und Gewebe sich noch in der Entwicklung befinden, sieht Hansen eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber elektromagnetischer Strahlung. Gesundheitsschutz müsse oberste Priorität haben. 

Die Bürgerinitiative betont ausdrücklich, dass sie sich nicht grundsätzlich gegen Mobilfunk stellt, sondern lediglich für einen alternativen Standort einsetzt. Zu diesem Zweck hat sie einen vereidigten, hoheitlich agierenden Gutachter beauftragt, der insgesamt sieben alternative Standorte identifiziert hat. Diese befinden sich unter anderem zwischen Waldmössingen und Winzeln sowie zwischen Heiligenbronn und Waldmössingen. Diese Optionen liegen weiter entfernt von Wohngebieten und könnten gleichzeitig eine bessere Netzabdeckung für angrenzende Orte gewährleisten. 

Abschließend fordert die Bürgerinitiative die sofortige öffentliche Vorstellung des vorliegenden Gutachtens sowie eine erneute, transparente Beratung im Ortschaftsrat. Gesundheitsschutz, demokratische Beteiligung, ökologischer und ökonomischer Ausgleich sowie die Interessen der Landwirtschaft müssten bei der Standortwahl gleichermaßen berücksichtigt werden. Solange diese Fragen ungeklärt seien, dürfe mit dem Bau des Mastes nicht begonnen werden – zumal die Telekom bereits ab Oktober bauen will.

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